Solnhofener Platten

 

Lieferübersicht

Der Solnhofener kann in verschiedenen Formaten und Überlängen/Bahnen angeboten werden.

Aufgrund der geologischen Gegebenheiten und der Schwierigkeiten beim Abbau können Solnhofener Natursteinplatten nicht in jeder Größe produziert werden. Vielmehr ist es so, dass die Natur die Größe der Rohstücke vorgibt. Die polygonale Rohplatte wird bei der Weiterverarbeitung im Werk zur größtmöglichen Quadrat- oder Rechteckplatte (Überlänge) zugeschnitten.

  • Standardquadrate: 150/150mm - 600/600mm
  • Standardüberlängen: 150mm breit - 400mm breit
  • Natürliche Stärkensortierungen: 7-9mm, 9-12mm oder 13-30mm stark
  • Kalibriert auf einheitliche Stärke: 7mm, 10mm, 13mm oder 15mm stark
  • Fertigarbeiten für Stufen, Fensterbänken, Abdeckplatten usw. können bis zu einer Einzellänge von ca. 1,50 Metern produziert werden. Das Rohmaterial für solche Einzelstücke ist jedoch begrenzt und wird nur im Zusammenhang mit Bodenplatten angeboten und verkauft!

Verlegemuster

Im Folgenden sehen Sie die am häufigsten verwendeten Verlegemuster.

  • Quadrate
  • Bahnen, fixe Längen
  • Bahnen, gleiche Breite
  • Bahnen Mischbelag - gleiche Laufmeter je Breite
  • Fischgrät
  • Rosenspitz
  • Sechseck
  • Achteck mit Einlage
  • Römische Verbände (verschiedene Ausführungen möglich)

Produktion der Solnhofer Platten

Bei der Erschließung eines Steinbruchs müssen zunächst die über dem Steinvorkommen liegenden Erdschichten abgeräumt werden. In früheren Zeiten geschah dies in mühevoller Handarbeit. Heute werden die Abraum- und Schuttbeseitigungsarbeiten mittels Raupen, Baggern und Radladern erledigt.

Nachdem der Steinbruch abgeräumt und die abbauwürdigen Flinze zu Tage getreten sind, kann mit dem Steinbrechen begonnen werden.

Die Gewinnung des Solnhofener Natursteins geschieht ausschließlich per Hand im Tagebau während der Sommermonate. Dies hat sich in den letzten Jahrhunderten kaum verändert. Grund hierfür ist, dass mit einem Maschineneinsatz beim eigentlichen Brechen zu viel wertvolles Rohmaterial zerstört werden würde.

"Von Hand gehoben"

Der Solnhofener Naturstein ist ein Sedimentgestein und schichtenförmig abgelagert. Die einzelnen Schichten bilden nicht etwa eine zusammenhängende Platte unbegrenzter Größe, sondern sind durch Erschütterungen und Bewegungen der Erdoberfläche innerhalb der letzten 150 Millionen Jahre in zahllose, unterschiedlich große Platten von völlig unregelmäßiger Form (im Folgenden als Polygonalplatten bezeichnet) zerbrochen.

Diese Polygonalplatten werden mit Hilfe entsprechender Werkzeuge vorsichtig von ihrer Unterlage abgehoben.

Mit Stockhaue und Brecheisen werden entlang natürlicher Klüfte größere Schichtpakete angehoben. Anschließend werden die Schichtpakete mit Hammer und Flachmeißel an den schichtparallelen Trennfugen in einzelne Platten aufgespalten.

Die für die Natursteinindustrie brauchbaren Platten lassen sich nach ihrem Klang beurteilen. Weisen die Platten beim Anklopfen einen hellen, reinen Klang auf, sind sie als Bodenbelag verwertbar.

Die gewonnenen Polygonalplatten sind in Form, Größe und Stärke unterschiedlich.

Bei der Weiterverarbeitung der unregelmäßig geformten größeren Platten wird versucht, mit möglichst wenig Ausschuss auszukommen. Somit wird die polygonale Rohplatte bei der Weiterverarbeitung im Werk zur größtmöglichen Quadrat- oder Rechteckplatte zugeschnitten.

Die Verarbeitung findet meist auf sog. Mehrblattsägen statt. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass mehrere Diamantsägeblätter parallel in unterschiedlichen Abständen zueinander stehen.

Kleinere Platten werden unbearbeitet, d.h. polygonal weiterverkauft. Platten, die groß genug sind, werden zu sog. Fertigarbeit weiterverarbeitet. Teilweise werden diese größeren Polygonalplatten noch im Steinbruch auf ihre letztendliche Größe vorformatiert.

Entstehungsgeschichte der Solnhofener Platten

Der Solnhofener Naturstein ist - im Zeitraum der Erdgeschichte betrachtet - unwesentlich jünger als der Juramarmor. Seine Entstehung ist zirka 30 Millionen Jahre später anzusetzen. Vor rund 150 Millionen Jahren bildeten sich Plattenkalke, die zu 96 bis 98 Prozent aus kohlensaurem Kalk bestehen und aus reinen Kalkschlammablagerungen unterschiedlicher Dicke entstanden sind. Die sogenannten Flinze kommen im Solnhofener Gebiet in einer gesamten Mächtigkeit von 40 bis 50 Metern vor. Im Eichstätter Gebiet beträgt deren Stärke knappe 5 bis 15 Meter.

Die Schichtfazies (Schichtung, Bankung) besteht im Weißjura hauptsächlich aus Mergel und Kalk in unterschiedlicher Dicke. Bei Schiefer (eigentlich Schieferkalk) handelt es sich um eben- und dünnplattiges Kalkgestein mit einer Dicke unter 1 cm. Plattenkalke werden plattige bis mittelbankige (zwischen 20 und 50 cm) und ebenflächige Kalke genannt mit einer Dicke von mehr als 1 cm. Unter "Flinz" versteht man einen technisch brauchbaren Schiefer oder Plattenkalk mit einer Mindeststärke von 6 bis 7 Millimetern und hellklingendem Ton. "Fäule" hingegen, ein feinschiefrig-blätteriger Mergelkalk, der leicht verwittert, klingt beim Anschlagen dumpf und ist als Baumaterial nicht geeignet.

Die biogenen Bestandteile des Gesteins lassen sich zum Teil als gut erhaltene Versteinerungen in den Schichten entdecken. Während sich im Juramarmor hauptsächlich Ablagerungen von Schwämmen, Algen und Ammoniten finden, existieren zwischen den Plattenkalken aus Solnhofen die größeren Spezies aus der tertiären Pflanzen- und Tierwelt als Fossilien. Neben Pflanzen, Meerestieren und Fischen wurden hier auch die bekannten Exemplare des Archaeopteryx gefunden, einem Dinosaurier, der als Bindeglied zwischen Reptil und Flugtier die Evolutionstheorie Darwins untermauert.

Technische Daten

Besonderheit:
Die Oberfläche des bruchrauen Materials enthält zahlreiche Eisen-Mangan-Einfließungen, die sogenannten Dendriten. In ihrem Aussehen erinnern sie an pflanzliche Fasern oder Farne.

Hinweis:
Alle auf dieser Seite aufgeführten technischen Werte sind als Durchschnittswerte zu verstehen und können im Einzelfall von den angegebenen Daten abweichen. Es gelten die BTI Bautechnischen Informationen Naturwerkstein des Deutschen Naturwerkstein-Verbandes

Farben gelblich (beige), grau, bräunlich, rötlich
Formate 150x150 mm, 150x300 mm, 200x200 mm, 200x400 mm im 50 mm Raster bis zum Format 600x600 mm sowie Überlängen (Bahnen), Achteck, Sechseck, Rosenspitzbeläge, ferner: polygonale Platten
Oberflächen bruchrau, bruchrau gebürstet (satiniert), leicht angeschliffen, stark angeschliffen, fein geschliffen, matt poliert
Dicken je nach Format 7-12 mm, 13-25 mm oder kalibriert (gleiche Stärke) je nach Anwendung
Verlegung nach DIN 18352 sowie DIN EN 1469, EN 12057 und EN 12058 auch über Warmwasser- und Elektrobodenheizungen.
Pflege Wasser mit geringen Zusätzen (wachs- und säurefrei)
Wärmeleitfähigkeit (λ)=2,3 W/m x k
Wasseraufnahme ca. 1,4 % (massebezogen)
Dichte ca. 2,58 g/cm³
Druckfestigkeit ca. 157 MPa
Biegefestigkeit 23,7 N/mm² (unter 5% Quantile mittelwert ca. 30,3 N/mm²)
Abriebwiderstand nach DIN EN 14157/B (nach Böhme) ca. 14,7 cm³/50 cm²
Abriebwiderstand nach DIN EN 14157 (nach Capon) 19,5 mm
Radioaktivität Nach Untersuchung auf Radioaktivität (gammaspektrometrische Messung) durch die LGA Nürnberg, Messbericht M 5921 104 A vom 16.04.2002 liegen die für die Solnhofener Natursteinplatten gemessenen Werte für K – 40 mit 19 Bq/kg bis 15 Bq/kg (Kalium 40), Ra-226 mit <5,5 Bq/kg bis <5,1 Bq/kg (Radium 226), TH-232 mit <0,4 Bq/kg bis 2,1 Bq/kg (Thorium 226) deutlich unter den in der Tabelle 65 (BMU 1987 <37>) „Natürliche radioaktive Stoffe in verschiedenen Materialien“ genannten Werten.

Chemische Zusammensetzung

rund 96 bis 98 Prozent CaCo3 - kohlensaurer Kalk – rund 0,5 bis 2 Prozent MgCo3 - kohlensaure Magnesia - Rest Metalloxyde.

Wetterbeständigkeit

Bei Kalksteinen kann für Frostbeständigkeit nur bedingt garantiert werden.

Eigenschaften

Wertbeständig – gewinnt im Laufe der Jahre an Schönheit. Licht- und farbecht. Tritt- und rutschfest bei bruchrauer und angeschliffener Oberfläche. Abriebfest, strapazierfähig. Einfache und kostengünstige Pflege. Frei von Rissen und Poren – muss also nicht gespachtelt werden. Baubiologisch neutral und umweltfreundlich.

Quarzadern im Solnhofener Naturstein

In Natursteinen kommen häufig schmale und breite Adern verschiedener Färbung vor. Es handelt sich hier ursprünglich um Spalten, die vor Jahrmillionen durch gebirgsbildende Kräfte im Stein entstanden, im Laufe der Zeit aber durch Kalkspat wieder aufgefüllt wurden und verwachsen sind.

Auch bei den in Solnhofener Natursteinplatten und –fliesen vorkommenden sogenannten „Glas- oder Quarzadern“, die vom Laien fälschlich als gekittete Stellen angesehen werden können, handelt es sich um die gleichen naturgegebenen Erscheinungen.

Der Stein ist in sich innig verwachsen und stellt eine einheitlich feste Masse dar.

Eine stärkere Bruchempfindlichkeit wegen dieser Adern ist nicht gegeben. Solche, das Gestein durchziehende Adern, sind somit keine Fehler oder Mängel: sie sind natürliche Bestandteile des Gesteins.